Bild von einer Kuh

Klarheit für Verbraucher durch ein staatliches Tierwohllabel

Künftig sollen Verbraucherinnen und Verbraucher direkt am Produkt erkennen können, dass bei dessen Erzeugung ein höherer als der gesetzliche Standard eingehalten wurde. Ein leicht verständliches staatliches Tierwohllabel "Mehr Tierwohl" soll für mehr Klarkeit sorgen.

Dem geplanten Tierwohllabel liegt ein umfangreicher Kriterienkatalog zu Grunde, der unter anderem den Platz für die Tiere, Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere, die Strukturierung der Buchten, die Tiergesundheit und die Dauer von Tiertransporten umfasst. Die Kriterien beziehen sich also nicht einseitig auf die Haltungssysteme, auch steht nicht allein die Tiergesundheit im Vordergrund. Das ganze Leben der Tiere wird betrachtet: von der Geburt bis zur Schlachtung.

Welche Fragen haben Sie als Bürgerinnen und Bürger dazu?

Ein paar Fragen und Antworten haben wir schon einmal für Sie zusammengestellt.

Das Tierwohllabel ist freiwillig - warum?

Es soll möglichst schnell ein Tierwohllabel in Deutschland eingeführt werden. Ein verpflichtendes Label erfordert hingegen eine europäische Regelung. Der Abstimmungsprozess mit den EU-Mitgliedstaaten würde deutlich länger dauern. Eine Teilnahme am Labelprogramm ist zwar freiwillig, ein gesetzlicher Rahmen definiert aber die Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise die einzuhaltenden Kriterien für die Teilnahme am Labelprogramm, die Kontrollen und mögliche Sanktionen.

Was passiert mit den schon existierenden Siegeln?

Andere privatwirtschaftliche Tierschutzlabels können neben dem freiwilligen staatlichen Label weiter existieren. Einen Überblick über bestehende Labels finden Sie in der Übersicht zu den Siegeln hier auf dem Portal.

Wer erarbeitet die Kriterien für das Tierwohllabel?

Das Label wird auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien und praktischer Erfahrungen, beispielsweise aus der Brancheninitiative Tierwohl und mit den vorhandenen Labels, erarbeitet. In den Arbeitsprozess sind Vertreter aus Wissenschaft, von Branchenverbänden sowie von Tierschutz- und Verbraucherschutzverbänden einbezogen. Die Kriterien werden zunächst gemeinsam in diesem Kreis entwickelt. Sie müssen dann noch ein Rechtsetzungsverfahren durchlaufen und auch in diesem Rahmen evaluiert werden.

Konnten wir Ihre Fragen beantworten? Wir halten Sie über die Entwicklung hier auf dem Portal auf dem Laufenden.

Das staatliche Tierwohllabel "Mehr Tierwohl", ein Stern steht für die erste Stufe
Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt stellt das staatliche Tierwohllabel auf der Internationalen Grünen Woche vor, Quelle: BMEL/Holger Groß