Bild von einer Kuh

Tierschutz bei der Schlachtung

Mit dem Thema Schlachten setzen sich die meisten Menschen nicht gerne auseinander. Andererseits ist es unvermeidbar, Tiere zu töten, wenn Fleisch auf dem Speiseplan stehen soll. Damit das Schlachten für die Tiere möglichst schonend erfolgt, gibt es detaillierte rechtliche Vorgaben zur Sicherstellung des Tierschutzes: Schlachtbetriebe müssen sich zunächst an das Tierschutzgesetz halten. Weitere Vorschriften ergeben sich aus europäischen und deutschen Verordnungen zum Tierschutz bei der Schlachtung. Einige Anforderungen und ihre Umsetzung in der Praxis werden hier dargestellt.

Betäubung

Tiere müssen bei der Schlachtung betäubt, also bewusstlos gemacht werden. Ihre Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit soll schnell und möglichst schmerzlos ausgeschaltet werden. Dafür kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:

  • Bolzenschuss-Betäubung: Ein Stahlbolzen dringt mit hoher Geschwindigkeit durch den Schädelknochen in das Gehirn. Durch das resultierende Schädel-Hirn-Trauma werden die Tiere sofort bewusstlos.
  • Elektrobetäubung: Das Gehirn der Tiere wird gezielt unter Strom gesetzt. Dies führt binnen Sekundenbruchteilen zur Bewusstlosigkeit.
  • Kohlendioxid-Betäubung: Die Tiere werden in einen mit Kohlendioxid (CO2) gefüllten Raum verbracht. Das Einatmen von CO2 macht die Tiere bewusstlos.

Entblutung

Nach der Betäubung dürfen die Tiere nicht wieder zu sich kommen. An die oben genannten Verfahren zur Betäubung schließt sich daher die Entblutung an. Hierzu werden große Blutgefäße im Hals- oder Brustbereich eröffnet. Ein schneller und starker Blutverlust führt dann zum sicheren Tod, weil das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Danach dürfen die Tiere erst weiterverarbeitet werden, wenn keine Lebenszeichen und Bewegungen mehr vorhanden sind.

Betäubungskontrollen

Das Personal muss die Bewusstlosigkeit bei jedem einzelnen Tier kontrollieren und notfalls die Betäubung wiederholen. Die Schlachtbetriebe führen außerdem spezielle Stichproben-Kontrollen durch.

Sachkundenachweis und Tierschutzbeauftragte

Wer Tiere tötet muss sachkundig sein. Schlachthofpersonal, das mit lebenden Tieren umgeht, muss die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten daher in einer Prüfung nachweisen. Das gilt z.B. für die Entladung von Tieren aus Transportfahrzeugen, den Umgang mit ihnen im Stall und die Betäubung und Tötung selbst. An großen Schlachtbetrieben gibt es außerdem Tierschutzbeauftragte. Es handelt sich um betriebseigenes Personal, das besondere Rechte und Pflichten bei der Kontrolle des Tierschutzes am jeweiligen Betrieb hat.

Behördliche Kontrolle

Die Einhaltung der Vorschriften zum Tierschutz und zur Lebensmittelhygiene an den Schlachthöfen wird von den zuständigen Behörden und amtlichen Tierärzten überwacht.

Im Text genannte Rechtsgrundlagen zum Tierschutz bei der Schlachtung: