Bild von einer Kuh

Lebensbedingungen von Legehennen – zur Kennzeichnung von Hühnereiern

Seit Januar 2004 müssen alle Hühnereier, die in Deutschland verkauft werden, grundsätzlich einen Stempel tragen, den sogenannten „Erzeugercode“. Dieser Code besteht laut der Vermarktungsnorm der Europäischen Union (EU) für Eier aus Ziffern und Buchstaben, so zum Beispiel „1-DE-0212341“.

Anhand dieses Stempels kann man erkennen,

  • wie die Legehenne gehalten wird, die das Ei gelegt hat (hier die erste Ziffer „1“ = Freilandhaltung),
  • aus welchem Staat der EU ein Ei stammt (DE = Deutschland, NL = Niederlande),
  • aus welchem Bundesland (02 = Hamburg) und sogar
  • aus welchem Betrieb (hier „1234“) sowie
  • aus welchem Stall (letzte Ziffer, hier eine „1“) ein Ei stammt.

Wer lose Eier verkauft, zum Beispiel auf einem Wochenmarkt, muss die Bedeutung des Erzeugercodes auf einem Begleitzettel erklären. Bei Eiern aus dem Supermarkt steht eine Erklärung auf der Verpackung, also meist auf dem Eierkarton.

Die EU hat Mindestanforderungen für vier verschiedene Haltungsformen von Legehennen festgelegt. Manche Erzeugerbetriebe ermöglichen den Legehennen jedoch freiwillig noch bessere Lebensbedingungen.

Bio-Eier („0“)

Bio-Eier tragen die Null als erste Zahl auf dem Stempel. Die Legehennen werden nach den speziellen Vorschriften der EU-Öko-Verordnung gehalten. Es dürfen zum Beispiel höchstens sechs Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Zusätzlich stehen jeder Henne mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung.

Freiland-Eier („1“)

Freiland-Eier haben die Zahl „1“ am Beginn ihres Erzeugercodes. Diese Legehennen leben im Stall mit Zugang zu mindestens vier Quadratmetern Freiland je Legehenne. Die Gestaltung des Stalls ist vergleichbar der Bodenhaltung.

Eier aus Bodenhaltung („2“)

Eier mit der Zahl „2“ am Beginn des Erzeugercodes stammen von Legehennen, die im Stall gehalten werden. Bei der Bodenhaltung darf der Gefügelbetrieb pro Quadratmeter neun Tiere halten. Sie können ihre Eier in Nestern ablegen, die auf mehreren Etagen angelegt sind. Mindestens ein Drittel des Stalls muss ausgestreut sein.

Eier aus Käfighaltung („3“)

Der Erzeugercode für Käfighaltung beginnt mit der Zahl „3“. Diese Legehennen werden in sogenannten ausgestalteten Käfigen gehalten, wo sie mindestens 750 Quadratzentimeter Käfigfläche haben (in Deutschland: 890 Quadratzentimeter einschließlich Legenest). Ein Legenest, ein Scharrbereich, Einstreu und Sitzstangen müssen vorhanden sein. Die Käfige müssen eine Höhe von mindestens 45 Zentimetern aufweisen (in Deutschland: mindestens 60 Zentimeter).

Quelle: branislavpudar / Shutterstock.com