Bild von einer Kuh

Geflügel: Fleisch und Eier von Hühnern, Puten und Gänsen

Beim Geflügel spielen Masthühner, Mastputen und Legehennen die wichtigste Rolle. Sie sorgen für Fleisch und Eier. Für Geflügelfleisch ist Deutschland der zweitgrößte Erzeuger in der Europäischen Union.

Haushühner liefern je nach Nutzungsrichtung Geflügelfleisch und Eier. Man unterscheidet deswegen zwischen Mastlinien und Legelinien. Auch das Fleisch von Truthühnern (Putenfleisch) wird in Deutschland viel verzehrt. Anderes Geflügelfleisch wie das Fleisch von Gänsen oder Enten wird vor allem saisonal („Martinsgänse“) angeboten. Das meiste in Deutschland erzeugte Geflügelfleisch stammt aus einigen hundert spezialisierten Betrieben, die sehr viele Tiere in Ställen in Bodenhaltung halten. Im Vordergrund stehen eine hohe Gewichtszunahme und gute Futterverwertung.

Quelle: www.oekolandbau.de /© BLE / Thomas Stephan

Masthühnerküken wiegen am ersten Tag ihres Lebens etwa 40 Gramm. Vier bis sieben Wochen später haben sie ihr Schlachtgewicht von eineinhalb bis zweieinhalb Kilogramm erreicht. Aufgrund der Vorgaben des Tierschutzrechts dürfen bei der Haltung von Masthühnern in Deutschland die Tiere, die auf einem Quadratmeter zusammenstehen, gemeinsam nicht mehr als 39 Kilogramm wiegen. In der Praxis bedeutet dies, dass sich gegen Ende der Mastzeit meist 16 bis 26 Tiere einen Quadratmeter Stallboden teilen.

Die Mast von Puten nimmt mehr Zeit in Anspruch. Hennen erreichen nach etwa 16 Wochen ihr Schlachtgewicht von rund zehn Kilogramm, die Hähne werden meist in 22 Wochen auf etwa 20 Kilogramm gemästet. Es gibt bundeseinheitliche Eckwerte zur Haltung von Mastputen auf die sich die Betriebe verständigt haben. Danach dürfen die Putenhennen, die auf einem Quadratmeter zusammenstehen, zusammen nicht mehr als 52 Kilogramm wiegen, bei Putenhähnen liegt die Grenze bei 58 Kilogramm pro Quadratmeter Stallfläche. Das heißt, dass pro Quadratmeter in der Endmastphase etwa fünf Hennen oder drei Hähne gehalten werden.

63 Prozent aller Legehennen leben in Bodenhaltung, meist zu Zehntausenden in Volieren mit mehreren offenen Etagen. In einer Einstreu aus Stroh oder Hobelspänen können sie scharren, picken und im Staub baden. In der Freilandhaltung haben die Hennen zusätzlich Auslauf ins Freie. Knapp 16 Prozent der Legehennen werden so gehalten. Weitere rund 11 Prozent der Legehennen leben in der sogenannten Kleingruppenhaltung in Gruppen von bis zu etwa 65 Tieren in ausgestalteten Volieren mit Sitzstangen, Legenestern und Scharrbereich zusammen. Heute werden fast ausschließlich auf hohe Legeleistung spezialisierte Legehennen gehalten. Sie können mehr als 300 Eier pro Jahr legen. Bereits nach einem Jahr lässt die Leistung jedoch nach. Nach rund eineinhalb Jahren werden die Tiere geschlachtet und durch junge Hennen ersetzt.

Quelle: BMEL

Nach Frankreich ist Deutschland der zweitgrößte Erzeuger von Geflügelfleisch in der EU. Der inländische Verbrauch von Eiern wird etwa zu zwei Dritteln von der heimischen Erzeugung gedeckt.

Haushühner und Puten werden von den Geflügelbetrieben, in denen sie gemästet wurden, zum Schlachthof gebracht. Dort werden die Tiere erst betäubt und dann geschlachtet. Dabei gelten gesetzliche Anforderungen in Bezug auf Tierschutz und Hygiene. Die schonende Behandlung der Tiere beim Transport und bei der Schlachtung ist im Tierschutzrecht verankert.

Haushühner und Puten werden oft über sogenannte „Ausstallbänder“, eine Art Förderband, möglichst schonend in ihre Transportboxen gesetzt. Für den Transport gelten die Regeln der EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport und der deutschen Tierschutztransport-Verordnung. Darin sind die Transportzeiten und Ruhepausen geregelt, die Beladedichte, die Belüftung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Lkws und es werden Kriterien festgelegt, wann Tiere transportfähig sind. Alle Personen, die beim Transport sowie der Betäubung und Schlachtung mitarbeiten, müssen zudem einen amtlichen Sachkundenachweis besitzen.

Bei langen Beförderungen hat bereits vor der Abfahrt ein Tierarzt ein Tierarzt kontrolliert, dass keine verletzten oder kranken Tiere zur Schlachtung transportiert werden. Nach der Ankunft im Schlachthof wird ein zweites Mal kontrolliert, ob beim Transport Tiere verletzt wurden oder erkrankt sind. Ein Amtstierarzt und amtliche Fachassistenten sind im Schlachtbetrieb anwesend und überwachen den Schlachtvorgang einschließlich der anschließenden Fleischuntersuchung.

Quelle: branislavpudar / Shutterstock.com

Haushühner und Puten werden nach der Ankunft am Schlachthof mit Kohlendioxid oder im Wasserbecken elektrisch betäubt. Nach der Betäubung erfolgt das Schlachten, indem die beiden Halsschlagadern durchtrennt werden. Dieser Vorgang erfolgt maschinell und wird von einer Aufsichtsperson überwacht, die bei Störungen sofort eingreifen kann.