Bild von einer Kuh

Schweine: Wichtigste Fleischlieferanten

Das Schwein ist die Tierart, die vom Menschen bereits am längsten als Nutztier gehalten wird und auch der bedeutendste Fleischlieferant. Gehalten werden die Tiere zunehmend in hoch spezialisierten Betrieben.

Das Schwein ist eines der ältesten Nutztiere des Menschen. Heute ist es der wichtigste Fleischlieferant Deutschlands und eine tragende Säule der heimischen Landwirtschaft. Dabei ist Schwein nicht gleich Schwein: Mehr als die Hälfte aller Schweine gehören zur „Deutschen Landrasse“. Weitere wichtige Schweinerassen sind das schwarz-weiß gescheckte „Pietrainschwein“, das rötliche „Duroc“-Schwein sowie das „Deutsche Edelschwein“. Es gibt auch Kreuzungen zwischen den Rassen.

Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Die Tiere werden meist in hoch spezialisierten Betrieben mit großen Beständen gehalten. Es gibt Spezialbetriebe, die sich beispielsweise ganz auf die Ferkelerzeugung oder die Mast konzentrieren. Computergesteuerte Fütterungs- und Lüftungsanlagen gehören oft ebenso zum Standard wie spezielle Ställe für jedes Entwicklungsstadium der Tiere vom Ferkel bis zum Mastschwein.

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Um ansteckende Krankheiten zu vermeiden und die Zuchtziele zu erreichen, werden die Sauen zunehmend künstlich besamt. Circa neun von zehn Schweinen werden auf perforierten Betonspaltenböden gehalten. Der Vorteil: Durch sie kann der Harn abfließen und Kot durchgetreten werden. Einstreu wie Stroh wird selten verwendet. Im Freiland werden Schweine kaum gehalten.

Die Haltung von Schweinen unterliegt den Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Darin sind Vorgaben für viele Elemente eines Schweinestalls enthalten, die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere haben können. Das betrifft zum Beispiel die Beschaffenheit des Bodens und den Platzbedarf pro Tier. Einem 50 bis 110 Kilogramm schweren Mastschwein müssen mindestens 0,75 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

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Deutschland ist Europas größter Schweinefleischerzeuger und liegt weltweit nach China und den USA auf Platz drei. Die Struktur der Schweineproduktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren stark gewandelt. Alleine von 2007 bis 2013 hat sich die Zahl der Schweinehalter um fast 40 Prozent verringert – bei leicht steigendem Tierbestand.

Für den Transport gelten die Regeln der EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport und der deutschen Tierschutztransport-Verordnung. Darin sind die Transportzeiten und Ruhepausen geregelt, die Beladedichte, die Belüftung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Lkws und es werden Kriterien festgelegt, wann Tiere transportunfähig sind und nicht transportiert werden dürfen. Für Transporte, die länger als acht Stunden dauern, gelten strengere Regeln als für kurze Transporte. Alle Personen, die beim Transport sowie der Betäubung und Schlachtung mitarbeiten, müssen zudem einen amtlichen Sachkundenachweis besitzen.

Schweine werden heute auf bessere Stressresistenz gezüchtet. Aber die Verladung, der Transport, das Abladen und die Schlachtung können trotzdem zu Stresssymptomen führen. Ist das Schwein vor der Schlachtung zu starkem Stress ausgesetzt, ist das nicht nur schlecht für das Tierwohl – es wirkt sich auch negativ auf die Fleischqualität aus. So wird versucht, den Stress zu mindern:

  • Sowohl beim Verladen der Tiere als auch beim Abladen ist ein ruhiger Umgang mit den Tieren wichtig.
  • Vor der Schlachtung sollten die Schweine Zeit haben, sich zu beruhigen, dann aber zügig geschlachtet werden.
  • Die Tiere können bei heißem Wetter mit Wasser berieselt werden, um ihnen Abkühlung zu verschaffen.
  • Schweine über 30 Kilogramm dürfen bei ständigem Zugang zur Tränke maximal 24 Stunden transportiert werden. Danach müssen sie entladen, gefüttert und getränkt werden und eine Ruhezeit von mindestens 24 Stunden eingehalten werden, bevor sie wieder maximal 24 Stunden transportiert werden können.
  • Die Fläche pro Schwein wird nach Gewicht gestaffelt. So muss zum Beispiel ein Mastschwein von 110 Kilogramm mindestens 0,5 Quadratmeter Platz im Transportfahrzeug haben.
  • Jeweils eine Gruppe von maximal 15 Mastschweinen muss durch eine Trennwand abgetrennt werden.

Bei Transporten hat bereits vor der Abfahrt ein Tierarzt kontrolliert, dass keine verletzten oder kranken Tiere transportiert werden. Nach der Ankunft im Schlachthof wird ein zweites Mal kontrolliert, ob beim Transport Tiere verletzt wurden oder erkrankt sind. Ein Amtstierarzt und amtliche Fachassistenten sind im Schlachtbetrieb anwesend und überwachen den Schlachtvorgang einschließlich der anschließenden Fleischuntersuchung.

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Nach den Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 und der nationalen Tierschutz-Schlachtverordnung sind auch Schlachtschweine so zu betäuben, dass die Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit bis zum Tod anhält. Die üblichen Betäubungsmethoden für Schweine sind die Elektrobetäubung und die Kohlendioxidbetäubung. Der Tod tritt durch das sogenannte „Entbluten“ ein, also durch das Eröffnen der Hauptblutgefäße.