Bild von einer Kuh

Ab 2017 bleibt der Schnabel, wie er gewachsen ist

Um größere gegenseitige Verletzungen zu vermeiden, werden vielen Legehennen die Schnäbel gekürzt. Ab 2017 soll diese Praxis geändert werden.

Der Schnabel dient Vögeln als Greif- und Tastwerkzeug vor allem zur Nahrungssuche und –aufnahme und zur Körperpflege. Das ist auch bei Hühnern so. Werden aber viele Tiere zusammen gehalten, können Verhaltensstörungen auftreten und die Schnäbel zur Gefahr werden. Auch in Boden- und Freilandhaltungen fangen Hühner teilweise an, sich gegenseitig Federn auszupicken und sich zu verletzen; das kann bis zum Kannibalismus führen. Bereits in Brütereien wird den Tieren deshalb regelmäßig mittels Infrarot-Laser die Spitze des Oberschnabels abgetrennt („kupiert“). Die gesetzlich zulässige Ausnahmemaßnahme ist zum Regelfall geworden. Das Verletzungsrisiko im Stall sinkt zwar, aber die Tiere leiden unter der Behandlung und sind in der natürlichen Benutzung ihres Schnabels beeinträchtigt. Welche Faktoren das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus bei Legehennen begünstigen, gilt Forschern heute als weitgehend verstanden. Der Weg zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen führt deshalb über betriebsindividuelle Schwachstellenanalysen und eine konsequente Optimierung der Haltungs- und Managementbedingungen.

Besonderes Augenmerk gilt dabei Faktoren wie Aufzucht, Futterzusammensetzung, Beleuchtung, Strukturierung der Haltungsumwelt, Beschäftigung und Tierbeobachtung.

Selbstverpflichtung der Geflügelwirtschaft

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt setzt dafür auf eine freiwillige Verpflichtung der Erzeuger. Diese unterzeichnete der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft im Juli 2015 und verpflichtete sich, ab 2017 keine Legehennen mit kupierten Schnäbeln mehr in die Ställe zu setzen. Bereits ab dem 1. August 2016 soll daher auf die Praxis des Kupierens bei Küken verzichtet werden.

Quelle: BMEL / Walkscreen