Corona: Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?

Können Haus- und Nutztiere mit dem Coronavirus infiziert werden und können sie es weitergeben?

Zu Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr im März 2020 war der Stand der Wissenschaft, dass das Coronavirus nicht von Haustieren auf Menschen oder umgekehrt von Menschen auf Haustiere übertragen werden kann. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beobachtet fortlaufend die Entwicklung bei Tieren und führt kontinuierlich Studien zu wissenschaftlichen Fragen zum Coronavirus bei Tieren durch.

Inzwischen ist Folgendes bekannt:

Bisher konnte festgestellt werden, dass sich Hunde, Katzen, Kaninchen, Goldhamster und Frettchen mit dem Coronavirus anstecken können. Meerschweinchen ließen sich nicht mit dem Virus infizieren. Trotzdem gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen. Allerdings ist es als allgemeine Vorsichtsmaßnahme immer ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt (beispielsweise Hände gründlich mit Seife waschen).

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den Nachweis von Sars-CoV-2 bei zwei Katzen in Hamburg bestätigt. Die Katzen stammen aus dem Haushalt einer Frau, die an oder mit Covid-19 verstorben ist. Derzeit sind die Katzen auf der Isolationsstation in einem Tierheim untergebracht, es geht ihnen insgesamt gut. Insgesamt sind 5 Fälle bei Katzen und 2 Fälle bei Hunden gemeldet worden. Bisher liegen keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen mit Sars-CoV-2 infiziert haben (Stand: 22.02.2021).

Können sich Nutztiere mit dem Coronavirus infizieren?

Zu der Frage, ob Nutztiere sich mit dem Coronavirus anstecken und es weiterverbreiten können, gibt es die folgenden Erkenntnisse.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass bei uns übliche Nutztiere eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen oder als Infektionsquelle für den Menschen relevant sein könnten. Daher ist auch eine Untersuchung von Schlachttieren auf Sars-CoV-2 zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber Sars-CoV-2 durchgeführt. Diese Tierversuche sind wichtig, um eine mögliche Gefährdung für Menschen und Tiere abschätzen zu können und zu testen, ob sie sich zum Virusreservoir entwickeln könnten. Die Studien zeigen, dass sich weder Schweine noch Hühner, Enten und Puten mit Sars-CoV-2 infizieren lassen. Rinder weisen eine geringe Empfänglichkeit für Sars-CoV-2 auf und können das Virus nicht weitergeben.

Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren

Haustiere, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden, müssen von den Laboren bzw. von Tierärztinnen und Tierärzten den zuständigen Veterinärbehörden gemeldet werden.

Eine Meldepflicht hilft dabei, die mögliche Rolle von Tieren in der Corona-Pandemie besser zu verstehen. Es soll besser eingeordnet werden können, wie relevant eine Übertragung von Tieren ist, außerdem sollen weitere Informationen zu Ansteckungsmöglichkeiten gewonnen werden. Durch die Meldepflicht werden die Informationen gebündelt und es kann ein deutschlandweiter Überblick gewonnen werden. Außerdem wird dazu beigetragen, zukünftig Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig zu erkennen und geeignete Bekämpfungsmaßnahmen anzuwenden.

Wichtig zu wissen ist: Es besteht für Haustierhalterinnen und -halter keine Pflicht, ihre Tiere testen zu lassen. Eine Meldepflicht ist eine Informationspflicht über den Nachweis der Infektion bei einem Tier.

Können sich Haustiere bei infizierten Personen anstecken?

Dies ist je nach Tierart nicht komplett auszuschließen. Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird (mit zum Beispiel Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot). Mit Sars-CoV-2 infizierte Personen, insbesondere diejenigen mit Krankheitssymptomen, können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden (Tröpfcheninfektion). Es ist davon auszugehen, dass ihre Umgebung entsprechend mit Virus belastet ist, auch bei Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln (in die Armbeuge niesen und husten, Hände waschen, Oberflächen reinigen). Daher sollten infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken lassen.

Zum Umgang mit Haustieren von Personen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden

Haustiere wie Hunde und Katzen können und sollten im Haushalt verbleiben. Unbedingt beachtet werden sollten jedoch allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von engem Kontakt zu den Tieren. Zum Schutz der Haustiere vor Infektionen durch infizierte Personen empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut ebenso das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch infizierte Tierhaltende. Eine „Maskenpflicht“ für Tiere ist aus Gründen des Infektionsschutzes nicht relevant, da die Infektionen von infizierten Menschen ausgehen. Sie ist aus diesem Grund sowie aus Gründen des Tierschutzes abzulehnen.

Personen, die sich in Quarantäne oder häuslicher Isolation befinden, sollten geeignete Personen außerhalb ihres Haushaltes um Unterstützung bei der Pflege der Tiere bitten, etwa mit dem Hund spazieren zu gehen. Dies könnten Nachbarn oder Freunde sein, die die Person oder Personen in Quarantäne beispielsweise auch mit Lebensmitteln versorgen.

Zum Umgang mit positiv getesteten Haustieren

Falls ein positiv getestetes Tier nicht bereits in einem Haushalt mit Personen in Isolierung oder Quarantäne lebt oder der Tierbesitzer stationär aufgenommen werden musste, sollte das Tier für 14 Tage (analog zum Vorgehen bei Menschen) möglichst isoliert gehalten werden. Personen mit engem Kontakt zu dem Tier stellen Kontaktpersonen der Kategorie II dar. Mehr zum Kontaktpersonen-Management finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Weitere Informationen

Der Film des BZL zum Thema Corona und Haus- und Nutztiere wurde mit den neuesten Erkenntnissen aktualisiert, zu sehen ist er auf dem YouTube-Kanal des BZL:
Welche Haus- oder Nutztiere können sich mit Corona anstecken?

Friedrich-Loeffler-Institut: Fragen und Antworten "Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?"

Robert-Koch-Institut: Kontaktpersonen-Management

Hund an der Haustür
In der Corona-Krise stellen sich viele Hundebesitzer die Frage, ob ihr Hund abgesondert werden muss, Quelle: bernardbobo - stock.adobe.com
Die Frage "Welche Haus- oder Nutztiere können sich mit Corona anstecken?" wird im Film beantwortet.