Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland

Bei einem toten Wildschwein in Brandenburg ist die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden.

Der Nachweis wurde vom Friedrich-Loeffler-Institut abgeklärt und damit wurde der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland bestätigt. Der Wildschwein-Kadaver wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefunden.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich

Die Krankheit ist hochansteckend für Haus- und Wildschweine und endet für die Schweine immer tödlich. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Auch der Verzehr von kontaminiertem Fleisch ist keine Gefahr für die Gesundheit. Menschen können die Seuche jedoch übertragen, da mit dem Virus verunreinigte Kleidung, Gegenstände oder Essensreste ausreichen, um den Erreger über weite Entfernungen zu transportieren. Es muss also nicht unmittelbar zum Kontakt zwischen Wild- und Hausschwein kommen, der Mensch ist ein Risikofaktor.

Deutschland war lange von der Tierseuche verschont

Deutschland ist lange von der Tierseuche verschont geblieben und galt daher als seuchenfrei. Beim aktuellen Fall nun wird eine Verbindung zu einer Wildschweinpopulation in Westpolen in 30 km Entfernung vermutet. Im März wurde ca. 10 km von der deutschen Grenze entfernt ein an der Seuche verendetes Wildschwein entdeckt. Ein Überspringen nach Deutschland wurde seit längerem befürchtet.

Welche Konsequenzen gibt es derzeit?

Nun wird das Krisenmanagement aktiviert und die Vorgaben der nationalen Schweinepest-Verordnung greifen, Bund und Länder arbeiten dabei eng zusammen. Die zuständige Behörde in Brandenburg muss nun alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um

  • einen Überblick über die Seuchensituation vor Ort zu erhalten und
  • um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern.

Zunächst wird ein gefährdeter Bezirk festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet. Damit nicht alle Tierhalter in Deutschland von Einschränkungen betroffen sind, wenn ein Fund in einem Landkreis gemacht wird, wird dieses Gebiet festgelegt. Schweine und Schweinefleisch dürfen aus diesem Gebiet nicht herausgebracht werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

  • hat den Nationalen Krisenstab Tierseuchen aktiviert
  • steht in engem Kontakt mit der Europäischen Kommission und
  • ist im Austausch mit handelsrelevanten Drittländern, um soweit möglich den Export aus ASP freien Gebieten aufrecht zu erhalten.

Schweinehalterinnen und Schweinehalter fürchten die Tierseuche einerseits, weil die Gefahr eines Überspringens von Wild- auf Hausschweine möglich ist. In Deutschland haben wenig Schweine Auslauf nach draußen, so dass die Gefahr eines Kontaktes eher selten gegeben ist. Zudem halten sich die Schweinehalter insgesamt sehr strikt an höchste Hygienestandards, um zum Beispiel generell keine Verunreinigungen durch dreckige Stiefel, Kleidung oder ähnliches einzuschleppen. Andererseits ist Deutschland einer der größten Schweinefleisch-Exporteure, so dass Konsequenzen für den Export den Schweinehaltern Sorge bereiten.

Es wird jetzt schnell gehandelt, um die Auswirkungen einzugrenzen.

Präventions- und Aufklärungsarbeit durch das BMEL

Bereits im Vorfeld hatte das BMEL neben umfangreicher Präventions- und Aufklärungsarbeit, Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen. Es hat mit Änderungen im Tiergesundheits- und im Bundesjagdgesetz dafür gesorgt, dass die zuständigen Behörden im Ausbruchsfall folgende Anordnungen treffen können:

  1. Einschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs innerhalb bestimmter Gebiete.
  2. Absperrung eines bestimmten Gebietes.
  3. Beschränkungen oder Verbote der Jagd.
  4. Beschränkungen oder Verbote der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, um eine Auswanderung von Wildschweinen zu vermeiden.
  5. Anlegen von Jagdschneisen und die vermehrte Fallwildsuche, um die Infektionsmöglichkeiten gesunder Wildschweine zu minimieren.
  6. Möglichkeit, dass gegebenenfalls Dritte (z.B. Forstbeamte oder Berufsjäger) beauftragt werden können, eine verstärkte Bejagung durchzuführen.

Weitere Informationen

Die Afrikanische Schweinepest

Startseite des Erklärfilms zur Afrikanischen Schweinepest
Was ist die Afrikanische Schweinepest, schauen Sie sich den Erklärfilm an, Quelle: BMEL
zwei afrikanische Wildschweine
Das Virus hat seinen Ursprung im südlichen Afrika und breitet sich seit 2014 in Osteuropa immer weiter aus, hier afrikanische Wildschweine auf einer Farm in Namibia, Quelle: BLE