Nachhaltige Forellenzucht in der Teichwirtschaft - wie geht das?

Fisch ist gesund und lecker. Das gilt auch für Fische aus teichwirtschaftlicher Haltung. Durch die Zuchtfische aus der Aquakultur werden die Wildbestände dieser Fischarten geschont. Aber Futterreste oder Fischkot können die Gewässer verschmutzen.

Wie nachhaltig und umweltfreundlich kann Fisch eigentlich produziert werden? Forellenzüchter Philipp Mohnen erklärt in einem Video des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft, warum er für seine Forellen einen kleineren CO2-Fußabdruck errechnet hat als tierische Nahrungsmittel von Schweinen oder Rindern ihn haben. Der Familienbetrieb setzt sich für mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl sowie für eine umweltfreundlichere Aufzucht und Haltung seiner Forellen ein.

Der Betrieb "Mohnen aquaculture" produziert Regenbogenforellen, Lachsforellen und Bachforellen in der Nordeifel. Die Forellen werden lebend verkauft oder weiterverarbeitet und dann in den Hofläden als frische oder geräucherte Fischprodukte an die Kundinnen und Kunden verkauft.

Die Forelle habe insgesamt eine gute Ökobilanz, erläutert der Forellenzüchter. Eine Forelle könne fast die gesamte Energie, die im Futter enthalten ist, in Wachstum umsetzen. Sie hat wenig Energiebedarf, da sie wechselwarm ist, was bedeutet, dass sie keine körpereigene Temperatur aufrechterhalten muss. Philipp Mohnen erklärt, dass bei seinen Forellen von weniger als 1 kg Futter 1 kg Wachstum generiert werden könne.

Möglichst geringe Belastung des Gewässers

Der Betrieb achtet darauf, dass es zu keiner nachhaltigen Belastung des für die Aufzucht benötigten Wassers kommt. Das entnommene Wasser wird zunächst durch die Verwendung belastet, allerdings wird diese Belastung durch eine aufwendige mechanische und biologische Filtration beseitigt. Und anschließend wird das benötigte Wasser wieder in das Ursprungsgewässer zurückgeleitet.

Außerdem achtet der Betrieb auf eine moderate Besatzdichte, diese liege bei 10 bis 20 kg Fischmasse pro 1.000 Liter Wasser. Philipp Mohnen berichtet von Betrieben, insbesondere im Ausland, bei denen 100 kg Biomasse pro 1.000 Liter Wasser keine Seltenheit seien.

Handfütterung trägt zur Nachhaltigkeit bei

Als einen Punkt für die Nachhaltigkeit im Betrieb führt Mohnen auch die Handfütterung auf, das heißt, es werden kleine Futterrationen gegeben. Der Vorteil sei eine gute Verteilung und dadurch auch eine geringere Belastung des Gewässers. Durch gezieltes Steuern der Futtergabe in kleinen Schaufeln könne auch ein homogeneres Wachstum erzielt werden.

Zudem sei die Fütterung ein guter Anlass, die Fische in Augenschein zu nehmen, einen Kontakt herzustellen und auf diese Weise auch Krankheiten oder andere Besonderheiten frühzeitig festzustellen.

Was wird sich durch den Klimawandel ändern?

In der Zukunft wird sich auch der Betrieb Mohnen aufgrund der Klimaveränderungen den neuen Herausforderungen stellen müssen. Es werde immer weniger Wasser geben, daher muss das Wasser intensiver genutzt werden, so Forellenzüchter Mohnen. Also müsse eine vermehrte Technisierung angestrebt werden. Dies werde auch eine Steigerung der Kosten zur Folge haben. Eine Kostenerhöhung dürfe laut Philipp Mohnen nicht zur Intensivierung der Haltungsbedingungen oder zur Vernachlässigung des Tierwohls führen. Der Betrieb wird in die Kommunikation mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern gehen und sie überzeugen, dass ein teureres Produkt seinen Preis wert ist.

Zum Video auf dem BZL-YouTube-Kanal: Wie nachhaltig ist Ihre Forellenzucht, Herr Mohnen?

Weitere Informationen

Tierschutz beim Schlachten von Forellen und Karpfen

Bundeslandwirtschaftsministerium: Speisefisch aus Aquakultur

Landwirtschaft.de: Wie arbeitet ein Teichwirt?

Auf dem Startbild des Films ist der Kopf von Forellenzüchter Mohnen zu sehen, daneben steht der Titel des Films "Wie nachhaltig ist Ihre Forellenzucht, Herr Mohnen?", darunter steht Landwirtschaft für Anfänger.
Forellenzüchter Philipp Mohnen erklärt, wie sein Familienbetrieb sich für mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl sowie für eine umweltfreundlichere Aufzucht und Haltung von Forellen einsetzt.
Eine Regenbogenforelle schwimmt im Wasser, dahinter sind Goldforellen zu sehen.
Forellen können fast die gesamte Energie, die im Futter enthalten ist, in Wachstum umsetzen. Sie haben wenig Energiebedarf, da sie wechselwarm sind, das heißt, dass sie keine körpereigene Temperatur aufrechterhalten müssen.