Bild von einer Kuh

Bundesverwaltungsgericht: Kükentöten ist übergangsweise noch zulässig

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen für sich genommen kein vernünftiger Grund i.S.v. § 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes (TierschG) für das Töten der männlichen Küken aus diesen Zuchtlinien ist. Da voraussichtlich in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen werden, beruht eine Fortsetzung der bisherigen Praxis bis dahin aber noch auf einem vernünftigen Grund.

Die bisherige Praxis in den Brütereien ging von Vorstellungen entsprechend geringerer Gewichtung des Tierschutzes aus, als der Tierschutz noch nicht ins Grundgesetz aufgenommen war. Jahrzehntelang wurde das Töten der männlichen Küken aus den Legehennenzuchtlinien hingenommen. Vor diesem Hintergrund kann von den Brutbetrieben eine sofortige Umstellung ihrer Betriebsweise nicht verlangt werden.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung in der Vorinstanz beim Oberverwaltungsgericht war auch bereits absehbar, dass in näherer Zukunft eine Geschlechtsbestimmung im Ei möglich sein würde. Die weitere Entwicklung hat diese Einschätzung bestätigt. Ohne eine Übergangszeit wären die Brutbetriebe gezwungen, zunächst mit hohem Aufwand eine Aufzucht der männlichen Küken zu ermöglichen, um dann voraussichtlich wenig später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei einzurichten oder ihren Betrieb auf das Ausbrüten von Eiern aus verbesserten Zweinutzungslinien umzustellen. Die Vermeidung einer solchen doppelten Umstellung ist in Anbetracht der besonderen Umstände ein vernünftiger Grund für die vorübergehende Fortsetzung der bisherigen Praxis.

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Männliche Küken sollen nicht mehr getötet werden, Quelle: K.-U- Häßler - adobe-stock.com