Bild von einer Kuh

Eine Strategie für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung

Die Nutztierhaltung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kritisieren die intensive Nutztierhaltung. Ohne die Akzeptanz der Gesellschaft ist die erfolgreiche Nutztierhaltung in Deutschland gefährdet.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen oft Platzbedarf, die Art der Haltung, Merkmale durch die Züchtung, die Fütterung der Tiere, die Eingriffe an den Tieren wie das Kürzen von Schnäbeln oder Schwänzen und der Einsatz von Antibiotika sowie die Emissionen aus der Tierhaltung.

Gleichzeitig steht aber Deutschland auch im nationalen und internationalen Wettbewerb, der sich immer schärfer entwickelt.

Die Bedeutung der nationalen Nutztierhaltungsstrategie

Die Politik hat daher die Aufgabe, über bereits vollzogene Veränderungen zu sprechen und auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinzuweisen. Diese Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass die Gegensätze abgebaut und gesellschaftlich akzeptierte Produktionsverfahren auch ökonomisch tragfähig sind. Das gesellschaftlich Wünschenswerte muss mit dem ökonomisch Machbaren in Einklang gebracht werden.

Der nationalen Nutztierhaltungsstrategie kommt damit eine ganz wichtige Bedeutung zu. Die Erzeugung von Milch, Fleisch und Eiern gehört traditionell zur deutschen Landwirtschaft und zum ländlichen Raum und ist unverzichtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen Qualität und Vielfalt der hochwertigen Produkte.

Es sind bereits Maßnahmen auf dem Weg

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat bereits eine Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet und umgesetzt. Dazu gehören verbesserte Haltungsstandards, erhebliche Forschungsanstrengungen, eine zielgerichtete Förderung und Vereinbarungen mit der Wirtschaft. Die Tierhaltung ist damit in den vergangenen Jahren unter Beteiligung von Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und Beratung kontinuierlich weiterentwickelt worden.

Im Bereich des Tierschutzes wurden Fortschritte erzielt, wie beispielsweise der Verzicht auf das Kürzen der Schnäbel bei Legehennenküken, der Einführung der Gruppenhaltung von Sauen im Wartebereich oder das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019. Weitere Verbesserungen betreffen die Stalltechnik, die Entwicklung aussagefähiger Tiergesundheitsparameter, die Verringerung des Antibiotikaeinsatzes sowie die Verbesserung der Futter- und Flächeneffizienz.

Mit der Änderung des Düngegesetzes und der Düngeverordnung im Frühjahr 2017 wurden Verbesserungen für die Umwelt erreicht.

Entwicklung der Ställe der Zukunft

Es sind allerdings weitere Schritte zur Verbesserung des Tierwohls und zur Reduzierung der Umweltbelastungen notwendig.

Durch ein Bundesprogramm nachhaltige Nutztierhaltung sollen Innovationen entwickelt und in die breite landwirtschaftliche Praxis getragen werden. Ein Schwerpunkt ist die Verminderung des Zielkonflikts zwischen Tierwohl und Umweltschutz. Viele Landwirte sind bereit und motiviert, die Tierhaltung zu verbessern. In den kommenden Jahren werden so die "Ställe der Zukunft" entwickelt.

Weitere Informationen

Nutztierhaltungsstrategie (PDF, 2 MB, nicht barrierefrei)

Eckpunkte der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung"

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Milchkühe im Stall, Quelle: © Countrypixel - stock.adobe.com