Bild von einer Kuh

Fleischkonsum ist ein Thema bei Verbraucherinnen und Verbrauchern

Der Ernährungsreport 2020 zeigt, dass die heimische Landwirtschaft und die Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region für viele Menschen in den vergangenen Wochen an Bedeutung gewonnen hat. So entsteht eine neue Wertschätzung für die Lebensmittel – und für diejenigen, die sie produzieren.

Die Zahlen aus dem Ernährungsreport zeigen: Das Essen soll nicht nur gut schmecken und gesund sein, sondern auch möglichst nachhaltig und fair erzeugt werden. Verbraucherinnen und Verbraucher legen Wert auf artgerechte Haltung und sind bereit, für mehr Tierwohl auch mehr zu zahlen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa von Dezember 2019 bis Januar 2020 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – bereits zum fünften Mal seit 2015. Inhaltlich knüpfte die Untersuchung in Teilen an die Befragungen aus den Jahren 2015 bis 2018 an, sodass für einige der Fragen Zeitvergleiche möglich sind.

Aufgrund der aktuellen Situation hat forsa im April 2020 zusätzlich rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger in einer repräsentativen Umfrage gefragt, welchen Einfluss die Corona-Krise auf ihr Einkaufs-, Koch- und Essverhalten hat.

Fleischkonsum ist ein Thema

Der eigene Fleischkonsum ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ein Thema: Gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent) bezeichnet sich als Flexitarier und gibt an, bewusst ab und zu auf Fleisch zu verzichten. Knapp die Hälfte (49 Prozent) hat schon einmal oder öfter pflanzliche Alternativen zu Milch, Käse oder Joghurt sowie Alternativprodukte zu Fleischwaren (Fleischersatz) gekauft. Die Gründe sind dabei vielfältig: Drei Viertel der Menschen (75 Prozent), die diese Alternativen kaufen, sind vor allem neugierig. 48 Prozent tun dies aus Tierschutzgründen, 43 Prozent, weil es ihnen schmeckt, und 41 Prozent treffen ihre Kaufentscheidung, weil es gut für das Klima ist.

Tierwohlkennzeichen erwünscht

81 Prozent der Befragten wäre ein staatliches Tierwohlkennzeichen (sehr) wichtig, bei den über 60-Jährigen sind es sogar 84 Prozent.

Was auf die Verpackung soll

Verbraucherinnen und Verbraucher möchten wissen, was in einem Lebensmittel steckt, woher es kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde.

Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben sind den Befragten insbesondere Auskünfte zur Herkunft (85 Prozent), zu den Zutaten (83 Prozent) und zum Mindesthaltbarkeitsdatum (81 Prozent) (sehr) wichtig. Hinweise auf Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, sind für 75 Prozent der Befragten relevant.

Aber auch das Interesse an Angaben, die freiwillig auf den Verpackungen zu finden sind, ist hoch: Vor allem Informationen zu den Haltungsbedingungen von Tieren (84 Prozent) und fairen Produktionsbedingungen (83 Prozent) sind von großer Bedeutung, außerdem, ob ein Produkt frei von Gentechnik ist (78 Prozent) und umweltverträglich hergestellt wurde (76 Prozent). Das Interesse daran, ob ein Produkt vegan oder vegetarisch ist, ist im Vergleich zum Vorjahr auf 41 Prozent gestiegen (2018: 35 Prozent).

Für Frauen sind viele dieser Angaben besonders relevant: 91 Prozent wünschen sich Angaben zu artgerechter Tierhaltung und 89 Prozent Angaben zu fairen Produktionsbedingungen.

Am liebsten regional

Was in der Corona-Krise deutlich wird: Die Landwirtschaft und damit die regionale Erzeugung und Vermarktung ist systemrelevant. So sehen viele Menschen die Landwirtschaft in einem anderen Licht. Mehr als jede dritte befragte Person (39 Prozent) gibt an, dass die Landwirtschaft für sie in der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen hat. Besonders unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Landwirtschaft wichtiger geworden als vor der Krise (47 Prozent).

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wollen verstärkt auf saisonale Produkte mit kurzen Transportwegen zurückgreifen. Gleichzeitig legen sie Wert darauf, beim Lebensmitteleinkauf die Landwirtschaft in ihrer Region zu unterstützen. 83 Prozent der Befragten ist es (sehr) wichtig, dass ein Lebensmittel aus der Region kommt. Damit ist der Anteil seit 2016 (73 Prozent) und 2017 (78 Prozent) weiter gestiegen.

Wie wichtig die regionale Herkunft ist, hängt auch stark vom Produkt ab. Hier liegen frische Erzeugnisse vorn – allen voran Milch, Milcherzeugnisse und Eier, Brot und Backwaren sowie frisches Gemüse und Obst. Fleisch und Wurstwaren belegen den vierten Platz.

Weitere Informationen

Deutschland, wie es isst - der BMEL-Ernährungsreport 2020

Für den Ernährungsreport werden Fragen zum Essverhalten und Konsum an die Verbraucherinnen und Verbraucher gestellt