Bild von einer Kuh

Forschungsstudie zu exotischen Tieren in privaten Haushalten abgeschlossen

Wie viele exotische Tiere und Wildtiere leben in Deutschland in privaten Haushalten? Unter welchen Haltungsbedingungen leben die Tiere? Das sind Fragen, mit denen sich die Wissenschaft in einem Forschungsprojekt mit dem Titel "Exopet" beschäftigte.

Der Abschlussbericht der Studie liegt vor. Die Berichte liefern erstmals deutschlandweit belastbare Daten und Zahlen zur Anzahl, den Haltungsbedingungen und der Erwerbsart von in Privathaltung lebenden exotischen Tieren und Wildtieren.

Ziel und Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie weisen auf einen deutlichen Handlungsbedarf bei der Haltung der untersuchten Tiergruppen hin.

Abweichungen von zu empfehlenden Haltungsdetails konnten bei allen ausgewerteten Arten festgestellt werden, nicht nur bei Arten mit hohen Haltungsansprüchen. Es zeigte sich, dass Ursachen hierfür fehlende Informationen bei den Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie die Verwendung von tierschutzwidrigem Zubehör sind.

Basierend auf den gewonnenen Informationen werden Maßnahmen vorgeschlagen, um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Fehlende Informationen und falsche Beratung

Tierheime und spezielle Auffangstationen verzeichnen ein breites Artenspektrum aufgenommener (exotischer) Tiere. Die Abgabegründe weisen darauf hin, dass die Halter sich vor dem Tierkauf häufig nicht genügend informiert haben oder falsch beziehungsweise nicht beraten wurden.

Die Ursachen für die Haltungsprobleme sind somit sowohl beim privaten Tierhalter als auch beim Handel zu suchen. Bei der Bewertung des angebotenen Heimtierbedarfs ergaben sich ebenfalls gravierende Missstände.

Die Wissenschaftler der Studie stellen fest, dass auf allen Seiten mehr Informationen vorhanden sein müssen, und fordern einen verpflichtenden Erwerb eines Sachkundenachweises vor dem Kauf eines Tieres als auch einen spezifischen Sachkundenachweis für alle im Verkauf tätigen Personen.

Empfehlung zur Überwachung von Tierbörsen

Auf den besuchten Tierbörsen ließen sich vor Ort nach wie vor Missstände beobachten, denen häufig unzureichende Kontrollen zugrunde lagen. Die Wissenschaftler empfehlen eine durchgehende Überwachung der Tierbörsen durch einen auf die Tierklasse spezialisierten Tierarzt. Die Tierbörsenleitlinien sollten zudem durch eine rechtsverbindliche, bundesweit einheitliche Verordnung ersetzt werden.

Der Internet-Handel ist gegenwärtig nicht kontrollierbar. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten Internet-Börsen, die Tiere anbieten, ebenso wie Tierbörsen einer Erlaubnispflicht nach dem Deutschen Tierschutzgesetz unterliegen. Die Einführung einer Heimtier-Verordnung erscheint eine weitere zielführende Maßnahme zur Verbesserung des Tierwohls von Heimtieren.

Weitere Informationen

Forschungsprojekt Exopet

Der Haustierberater des BMEL

Internetportal zur Exopet-Studie

Mit diesem Plakat wurde auf die Online-Befragung aufmerksam gemacht. Quelle: Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München