Bild von einer Kuh

Maximales Tierwohl in der Schweinemast

Stroh im Stall und ein großes Platzangebot für die Schweine begeistert die Verbraucherinnen und Verbraucher und sorgen für großen Erfolg.

Ernst-Heinrich Brede betreibt einen 130 Hektar großen Betrieb mit 300 Schweinemastplätzen und Ackerbau. Der Landwirt wollte seine eigenen Wege gehen und sich nicht drängen lassen, dass seine Schweine die täglich notwendigen Zunahmen schaffen müssen und dass er seine Kosten ständig optimieren muss. Die Schweine werden durchschnittlich zehn bis zwölf Monate gemästet und stehen auf Stroh statt auf Spaltenböden. Außerdem können die Schweine ganzjährig einen Außenbereich nutzen. Das Platzangebot ist mehr als doppelt so groß wie gesetzlich vorgeschrieben.

Mehr Platz, Stroh und Zugang nach draußen

Bei allem Tierwohl muss sich das jedoch auch rechnen. Landwirt Brede schafft das, weil er auf Direktvermarktung setzt. Zwei Drittel seiner Tiere vermarktet er selber in seiner eigenen Hofmetzgerei, er und sein Sohn sind leidenschaftliche Metzger, und auf dem Wochenmarkt. Das Konzept geht auf, da die Kunden Regionalität, Qualität und die Faktoren wie mehr Platz und den Außenbereich für die Tiere sowie das Stroh im Stall sehr schätzen. Für diese besonderen Haltungsbedingungen und die hausgemachten Produkte sind die Kunden bereit, etwa 25 Prozent mehr zu zahlen.

Zwei Mal pro Woche wird der Stall entmistet und neu mit Stroh eingestreut. Das sind mehr Kosten und bedeutet auch einen höheren Zeitaufwand. Jedoch findet der Landwirt den Aufwand dafür überschaubar und der Mist geht als wertvoller Dünger für den Humusaufbau in den Ackerbau seines Betriebes. Durch den Getreideanbau auf dem Betrieb steht genug Stroh zur Verfügung.

Hoher Futterbedarf bei längerer Mast

Die lange Mastdauer ist für Landwirt Brede auch ein wichtiger Faktor, denn dadurch liefern die Schweine festes Fleisch mit wenig Wasser und intensivem Geschmack. Er hat sich für eine Rasse entschieden, die eine Kreuzung aus Deutschem Landschwein, Edelschwein und Piétrain ist. Diese ist sehr robust und leistungsstark. Für die lange Mastdauer bei geringen Tageszunahmen ist viel Futter notwendig.

Gentechnik ist für die Kunden ein sehr wichtiges Thema. Der Landwirt betreibt dafür zusätzlichen Aufwand. Er ersetzt die Hälfte des Sojaschrotes durch eigene Erbsen und kauft ausschließlich zertifiziertes, gentechnikfreies Soja. Das Futter besteht bei Landwirt Brede aus verschiedenen Mischungen aus Weizen, Gerste, Soja, Raps und Erbsen. Seit 21 Jahren werden auf dem Betrieb schon Erbsen angebaut: wegen der Gentechnik und um aus ökologischen Gründen vom Sojaschrot wegzukommen. Mit einem Erbsenanteil von ca. 10 Prozent wird ungefähr die Hälfte des Sojaschrots ersetzt. Zum Ende der Schweinemast hin ist im Futter kein Soja mehr enthalten, der Erbsenanteil bleibt.

Der Futterwert der Erbsen ist geringer als bei Soja, der Landwirt kann dies aber über die Rationsgestaltung ausgleichen. Mit den Tageszunahmen der Schweine ist er zufrieden. Vor allem ist er zufrieden, dass er ein eigenes Futtermittel hat. Bei seinem Ackerbau profitiert er vom hohen Vorfruchtwert der Erbse. Die Lagerung der Erbsen erfolgt auf dem Betrieb ebenso wie das Getreide in einem Silo.

Gesündere Tiere, weniger Kosten

Landwirt Brede freut sich über die Gesundheit seiner Tiere. Der Tierarzt, der die Bestände kontrolliert, hat dem Landwirt versichert, dass die frische Luft ein entscheidender Punkt für die gute Tiergesundheit ist. Auf dem Schweinebetrieb mussten noch nie Antibiotika eingesetzt werden. Durch die durchschnittlich gesünderen Schweine sind auch die Tierarztkosten geringer. Es fallen standardmäßig zwei Entwurmungen pro Durchgang an.

Kosten können auch beim Energieverbrauch eingespart werden. Da die Tiere, auch schon die kleinen Ferkel, sich gerne draußen aufhalten, müssen die Ställe nicht entlüftet und auch nicht geheizt werden. Das kam dem Landwirt am Anfang zwar merkwürdig vor, aber durch das Verhalten der Tiere wurde deutlich, dass sie sich wohl fühlen.

Weitere Informationen

Broschüre: So leben Schweine

Mehr Platz, Beschäftigung und Außenklima im "Virtuellen Stall der Zukunft"

Schweine gehen gern nach draußen - und es ist auch gut für die Gesundheit der Tiere, Quelle: BLE