Bild von einer Kuh

Stallbesuch: Wohlfühlfaktoren im Schweinestall

Die Landwirte Sandra und Andre Angenendt testen in ihrem Schweinestall Erkenntnisse, wie Schwanzbeißen in der Ferkelaufzucht und Schweinemast minimiert werden kann.

Veränderungen bei der Fütterung, bei der Lüftung und bei der Wasserversorgung führen dazu, dass die Schweine sich wohl fühlen. Sie leben stressfreier, zufriedener und gesünder. Das sehen die Landwirte am Verhalten der Tiere. Die Schweine legen sich hin, wenn sie zufrieden und satt sind, sie suhlen sich, wenn Wasser von oben auf sie herabsprenkelt. Die Landwirte probieren viel aus, damit die Tiere ausreichend beschäftigt sind und sich nicht aus Langeweile gegenseitig die Schwänze anknabbern. Die Landwirte haben die Anzahl der Tiere im Stall reduziert, dadurch hat das einzelne Tier mehr Platz. Und sie beobachten die Tiere, um die Maßnahmen beurteilen zu können.

Moderne Stalleinrichtung sorgt für mehr Wohlbefinden

Gefördert durch die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurde ein neuer Stall gebaut, in dem moderne Technik für ein gleichmäßig gutes Klima und für die Futterregulierung sorgt.

Ein durchdachtes und innovatives Lüftungskonzept sorgt für optimales Klima im Stall. Ein Wärmetauscher unterstützt höhere Luftraten, ohne dass dabei „Durchzug“ entsteht. Gleichzeitig werden per Unterflur-Absaugung Schadgase über der Gülle abgesaugt und aus dem Stall heraus gelenkt, ohne dass die Tiere damit in Kontakt kommen.

Außerdem bieten sie ihren Tieren eine stressreduzierte Fütterung. Mit innovativer Technik werden den Schweinen, je nach Alter, bis zu 70 Mal in 24 Stunden bedarfsgerecht zusammengestellte Portionen serviert. Als Ergebnis haben die Landwirte entspannte und gesunde Schweine, bei denen Futterneid kein Thema ist.

Kosten und Nutzen

Die Maßnahmen sind mit höheren Kosten verbunden, sie kosten vor allem auch mehr Arbeitszeit. Die Landwirte verzeichnen allerdings auch weniger Tierverluste. Und sie können durch einen geringen Einsatz an Medikamenten Kosten einsparen.

Der Betrieb hält im fast geschlossenen System 200 Sauen und verfügt über 980 Plätze für die Ferkelaufzucht sowie 800 Mastplätze. Ein Teil ihrer Ferkel mästen die Landwirte selbst, den Rest verkaufen sie an andere Mäster. Nach ungefähr 5,5 Monaten erreichen die Mastschweine ihr Schlachtgewicht.

Der Betrieb produziert Fleisch unter einem guten Standard, die Produktsicherheit ist den Landwirten äußerst wichtig.

Sauwohl im Stall, Quelle: BLE
Wasser von oben: ein Schwein genießt, Quelle: BLE
Zusätzliche Einstreu sorgt für Abwechslung und Beschäftigung, Quelle: BLE
Schweine sind zufrieden, sie haben gefressen und sich gesuhlt, Quelle: BLE