Bild von einer Kuh

Tierschutz beim Schlachten von Forellen und Karpfen

Auch Angler können zu mehr Tierschutz beitragen

Die Nachfrage nach Fisch steigt, besonders auch aus heimischer Aquakultur. Verbraucherinnen und Verbraucher sind jedoch mit der Produktion von Fisch in der Aquakultur oder der Teichwirtschaft wenig vertraut. Geschätzt wird Fisch als gesundes Lebensmittel immer mehr und Fisch genießt einen hohen Stellenwert für eine bewusste Ernährung. Doch haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wie die Tiere geschlachtet werden?

Nach dem Tierschutzgesetz und der Tierschutzschlachtverordnung dürfen Fische nur unter Betäubung getötet werden. Für die Betäubung muss ein für Fische zugelassenes Verfahren verwendet werden. Welche Arbeitsschritte in Fischzuchten mit der Betäubung und Schlachtung verbunden sind, ist von vielen betrieblichen Faktoren abhängig. Es müssen beispielsweise die spezifischen Ansprüche der vermarkteten Fischart, die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Art der Erzeugnisse, die räumlichen Gegebenheiten und die Betriebsstruktur berücksichtigt werden.

Um das Wissen über tierschutzkonforme, schonende, rasche und zuverlässige Betäubungs- und Schlachtverfahren zu erweitern, wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen seiner geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz die Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen und Karpfen in 24 Fischhaltungsbetrieben in Deutschland untersucht.

Erfahrungen und Ergebnisse aus den Fischhaltungsbetrieben

Es wurden Betriebsbesuche durchgeführt und Ergebnisse zusammengetragen. Ziel ist es, den Teichwirten sowie auch anderen betroffenen Berufsgruppen Unterstützung für einen schonenden Umgang mit den Tieren beim Schlachten zu bieten. Um Fische während des Betäubens und Schlachtens vor vermeidbaren Belastungen zu bewahren, sollten alle mit der Schlachtung verknüpften Arbeitsschritte schonend für die Fische erfolgen.

Grundbedingungen sind eine gute Wasserqualität in der Hälterung, beim Transport und im Betäubungsbecken, schonendes Umsetzen und Sortieren, möglichst kurzer Aufenthalt an der Luft und eine sichere Betäubung.

Sichere Betäubung und Prüfung

Die erarbeiteten Empfehlungen sollen im Sinne einer "Guten fachlichen Praxis" Vorschläge für einfache, in die Praxis zu integrierende und umsetzbare Maßnahmen darstellen. Für die Betäubung beziehen sich diese Empfehlungen auf die Betäubung durch Kopfschlag und elektrische Durchströmung. Anschließend muss überprüft werden, ob die Betäubung wirksam war.

Zur Veranschaulichung und Erläuterung der Verfahren wurden Informationsmaterialien und Schulungsvideos erstellt.

Von diesem Wissen sollen nicht nur die ca. 6.000 Teichwirtinnen und Teichwirte sondern auch rund 1,8 Mio. Inhaber von Fischereischeinen profitieren, damit sie mit den Erkenntnissen aus diesem Projekt zu mehr Tierschutz beitragen.

Schauen Sie mal rein. War diese Information interessant für Sie? Dann schreiben Sie uns gern an tierwohl-staerken(at)ble.de

Weitere Informationen

Empfehlungen zur Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen

Empfehlungen zur Betäubung und Schlachtung von Karpfen

Zum Projekt "Verbesserung des Tierschutzes bei Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen und Karpfen in Fischzuchten mit unterschiedlichen Vermarktungsstrategien"

Zum Bereich Aquakultur der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD Tierschutz

Ausschnitt aus dem Schulungsfilm "Empfehlungen zur Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen", Quelle: BLE
Ausschnitt aus dem Schulungsfilm "Empfehlungen zur Betäubung und Schlachtung von Karpfen", Quelle: BLE