Bild von einer Kuh

Was bringt uns der Dialog? Wir bringen Landwirte und Verbraucher zusammen

Wie arbeiten Landwirte? Wie geht Schweinehaltung heute? Die Verbraucher in der Halle 23a auf der Internationalen Grünen Woche konnten sich direkt beim Landwirt informieren.

Auf der Bühne stand Christoph Selhorst aus dem Münsterland. Der Betrieb ist ein Drei-Generationen-Betrieb mit 3.000 Mastschweinen und 130 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Der Landwirt erzählte von der Leidenschaft der Familie, wie sich alle um ihre 3.000 Tiere kümmern, was sie für mehr Tierwohl im Stall tun.

Auf die Frage nach der Motivation antwortete der Landwirt, dass die Familie sich seit Jahren - ja schon seit der Ausbildung - für das Wohl der Tiere einsetze. Dabei müsse man immer bedenken, dass alles in den vorhandenen Ställen passieren muss, da man nicht so einfach einen neuen Stall bauen kann. Der Familienbetrieb arbeitet wirtschaftlich so, dass die drei Generationen davon leben können.

Keine Eingriffe am Tier

Eingriffe am Schwein gibt es auf dem Familienbetrieb nicht, die Schwänze der Tiere werden nicht kupiert und männliche Ferkel werden nicht kastriert. Das heißt, dass die männlichen Schweine auf dem Betrieb als Eber aufwachsen und die Tiere mit Ringelschwanz gehalten werden. Um das verwirklichen zu können, geben die Landwirte den Tieren mehr Platz im Stall, sie setzen auf das Thema Futter mit verschiedenen Komponenten, sie bieten offene Tränkeflächen an und auch verschiedene Spielmaterialien. Denn: Schweine sind sehr neugierig und kauen immer alles an, daher müssen sie auch beschäftigt werden.

Ab wann spricht man eigentlich von Massentierhaltung?

Eine Verbraucherfrage drehte sich um den Begriff Massentierhaltung: "Das ist ja eigentlich eine Definitionsfrage, Sie halten 3.000 Tiere, ab wann handelt es sich aus Ihrer Sicht um Massentierhaltung?"

Auf diese Frage antwortete der Landwirt, dass er sich teilweise auch so vorstelle, dass er auch ein Massentierhalter sei. Leider ist der Begriff negativ besetzt. Der Landwirt erklärte: "Aber ich kümmere mich um jedes Tier und ich kann mich bei der Größenordnung um jedes einzelne Tier kümmern. Und die Schweine in der Bucht, die mit 10 bis 12 Tieren zusammenstehen, die wissen ja gar nicht, das da noch so viele weitere in den anderen Stallteilen stehen." Weiter erläuterte Landwirt Selhorst, dass es sich um eine gute Größenordnung handele, um da auch Geld mit zu verdienen und um eine Familie damit zu ernähren, also drei Generationen können davon leben. Es ist ein auskömmliches Familieneinkommen, um auch noch eine passende Work-Life-Balance dabei zu haben. Dabei kommt auch noch ein wenig Freizeit herum.

Wunsch des Landwirts

Die Moderatorin fragte zum Abschluss, was sich der Landwirt für die Zukunft wünschen würde. "Ein Wunsch wäre, dass die Gesellschaft dem landwirtschaftlichen Produkt mehr Wertschätzung geben würde und dass der Mehrwert sich auch darin zeigen würde, dass Verbraucher auch einen entsprechenden Preis bezahlen würden," so der Landwirt. "Wir Landwirte sind bereit, was dafür zu tun. Es braucht alles Zeit. Und es geht nicht zum derzeitigen Preisniveau. Ein Stall mit Auslaufbereich für Schweine ist wunderschön, muss aber auch bezahlt werden."

Weitere Dialoge folgen

In Halle 23a auf der Bühne ist Dialog und Diskussion ausdrücklich erwünscht. Im Rahmen des Bühnenprogramms geben Landwirtinnen und Landwirte Einblicke in ihre Arbeit und beantworten Fragen aus dem Publikum.

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Landwirt Selhorst antwortet auf Verbraucherfragen, wie zum Beispiel nach der Gesundheit der Tiere und auch zur Definition des Begriffs Massentierhaltung, Quelle: BLE
Auf der Internationalen Grünen Woche erzählt Landwirt Selhorst auf der Bühne im Dialog mit der Moderatorin Susan Zare und Verbrauchern von seinem Betrieb im Münsterland und was er alles für mehr Tierwohl für seine 3.000 Mastscheine tut, Quelle: BLE