Bild von einer Kuh

Weniger Tierversuche durch Forschung

Der Tierschutzforschungspreis soll Forscherinnen und Forscher dazu anregen, nach Möglichkeiten zur Einschränkung oder zum Ersatz von Tierversuchen zu suchen. Daher schreibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) diesen Forschungspreis aus. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sind jedes Jahr aufgefordert, sich zu bewerben. Gesucht werden Forschungsarbeiten, die dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen oder ihre Anzahl zu verringern.

Preisträgerin des 38. Tierschutzforschungspreises

Das Auftreten von leberschädigenden Nebenwirkungen (Lebertoxizität) gehört zu den häufigsten Ursachen für den Rückruf von bereits zugelassenen Medikamenten, obwohl diese im Vorfeld unter anderem auch im Rahmen von Tierversuchen untersucht und als unschädlich eingestuft worden waren.

Wiebke Albrecht vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund erhält den Tierschutzforschungspreis im Jahr 2019, weil sie ein Verfahren entwickelt hat, mit dem die Nutzung von Versuchstieren für die Testung von pharmazeutischen Substanzen deutlich reduziert werden kann. So könnten zukünftig Substanzen im Zellkulturverfahren daraufhin getestet werden, ob diese toxisch auf die Leber wirken und damit verbundene Tierversuche entfallen.

Hintergrundinformationen zum Tierschutzforschungspreis

Um in möglichst allen Bereichen, in denen Tierversuche durchgeführt werden, Alternativmethoden zu entwickeln und die zugehörige Forschung voranzutreiben, schreibt das BMEL jährlich den Tierschutzforschungspreis aus. Der Preis wird für innovative, zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben, die einen Beitrag zur Entwicklung von Methoden und Verfahren leisten, durch die Tierversuche ersetzt oder eingeschränkt werden können (Replacement und Reduction). Entsprechend dem 3RPrinzip können nachrangig auch Methoden für die Verbesserung der Haltebedingungen von Versuchstieren oder für die Verminderung von Schmerzen, Leiden oder Schäden im Versuch (Refinement) ausgezeichnet werden. In den Arbeiten soll auch auf den biologischen Aussagewert der Ergebnisse für den Menschen eingegangen werden.

Schutz von Versuchstieren

Tierversuche dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn entsprechende Methoden zum Ersatz oder zur Einschränkung von Tierversuchen nicht vorhanden sind. Das Ziel des BMEL ist, Tierversuche auf das absolut notwendige Maß zu beschränken und den Versuchstiere bestmöglich zu schützen. Zu den Maßnahmen des BMEL dafür gehören neben der Vergabe des Tierschutzforschungspreises unter anderem:

  • der Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (etwa 1,5 Millionen Euro jährlich),
  • die Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (etwa 400.000 Euro jährlich),
  • die Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (100.000 Euro jährlich).

Weitere Informationen

Tierversuche vermeiden, verringern und Leiden reduzieren

Ziel der Forschung ist, Tierversuche zu reduzieren, Quelle: Holger - stock.adobe.com