Bild von einer Kuh

Initiativen von Wirtschaft, Tierschutzbund und BMEL

Mehr Tierwohl ist nur durch ein breites Engagement aller Akteure realisierbar. Die Wirtschaft hat ihrerseits eine "Brancheninitiative" ins Leben gerufen. Zugleich setzen sich auch die Tierschutzverb├Ąnde ein: So hat der Deutsche Tierschutzbund das Label "F├╝r Mehr Tierschutz" f├╝r das Fleisch von Mastschweinen und Masth├╝hnern etabliert. Das BMEL arbeitet an der Einf├╝hrung eines staatlichen Tierwohllabels.

Was ist konkret geplant?

Das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft (BMEL) f├╝hrt einen aktiven Dialog mit der Wirtschaft und den Tierschutzverb├Ąnden und begleitet deren Initiativen politisch. Ziel ist unter anderem ein systematisches Zusammenwirken der verschiedenen Ma├čnahmen.

Was ist bisher passiert?

Der Handel hat das Tierschutzlabel ÔÇ×F├╝r Mehr TierschutzÔÇť des Deutschen Tierschutzbundes angenommen. Handelsunternehmen versehen ihre Produkte mit dem hellblauen Label und zeigen damit, dass die Nutztierbetriebe, von denen das Fleisch stammt, die hohen Anforderungen des Labels des Deutschen Tierschutzbundes erf├╝llen. Das Label ist eine freiwillige Kennzeichnung. Auch das BMEL war an dessen Entstehung beteiligt: Es hat die Entwicklung des Tierwohl-Labels im Rahmen der Forschung finanziell gef├Ârdert.

Die "Brancheninitiative" ist eine gemeinsame Tierschutzinitiative von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Dabei zahlen die gro├čen Handelsketten des LEH Geld in einen Fonds ein, aus dem Schweine- und Gefl├╝gelbetriebe ein so genanntes "Tierwohl-Entgelt" erhalten. Der Fonds umfasst allein f├╝r die kommenden drei Jahre 255 Millionen Euro. Profitieren k├Ânnen Landwirte, die Kriterien zur Verbesserung des Tierwohls umsetzen. Sie verpflichten sich, eine bestimmte Anzahl an Grundanforderungen und Wahlpflichtkriterien zum Tierwohl in ihren Betrieben umzusetzen. Die Einhaltung der Kriterien wird mit dem entsprechenden Tierwohl-Entgelt verg├╝tet.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeitet intensiv daran, ein staatliches Tierwohllabel zu entwickeln und zu etablieren. Ein Siegel direkt auf den Produkten soll Verbraucherinnen und Verbraucher informieren, wie die Tiere gelebt haben, von denen die betreffenen Produkte stammen. Dies soll zu mehr Transparenz f├╝hren und eine bewusste Kaufentscheidung erm├Âglichen.

Wie geht es weiter?

Das Label "F├╝r Mehr Tierschutz" des Deutschen Tierschutzbundes ist bereits heute auf Produkten von Masth├╝hnern und Mastschweinen zu finden. Langfristig sollen weitere Nutztierarten einbezogen werden.

Bei der "Brancheninitiative" finden bereits seit Herbst 2015 unabh├Ąngige Auditierungen statt. Dabei wird ├╝berpr├╝ft, ob die Landwirte die Tierwohl-Kriterien in ihren Betrieben richtig umgesetzt haben. Nach bestandener Pr├╝fung erhalten die Landwirte dann ihr Tierwohl-Zertifikat und den finanziellen Zuschuss. Die Auditierungen werden regelm├Ą├čig wiederholt und finden unangek├╝ndigt statt. So wird sichergestellt, dass die Tierwohl-Ma├čnahmen dauerhaft eingehalten werden.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat die Kernelemente des staatlichen Tierwohllabels vorgestellt. Das Label wird zwei Stufen umfassen: eine Eingangs- und eine Premiumstufe. Die Kriterien der Eingangsstufe sollen deutlich ├╝ber dem gesetzlichen Mindeststandard und den Anforderungen der Brancheninitiative Tierwohl liegen.

Unter den folgenden Links finden Sie einen ausf├╝hrlichen Vergleich zwischen dem gesetzlichen Mindeststandard und den geplanten Stufen des staatlichen Tierwohllabels f├╝r den Bereich der Schweinehaltung:

Kriterien f├╝r die Eingangsstufe des staatlichen Tierwohllabels (Schweinehaltung) (PDF)

Kriterien f├╝r die Premiumstufe des staatlichen Tierwohllabels (Schweinehaltung) (PDF)

BMEL Label Tierschutzbund
Label "F├╝r Mehr Tierschutz", Quelle: Tierschutzbund
Logo der Brancheninitiative, Quelle: Initiative Tierwohl