Bild von einer Kuh

Tierschutzstandards in der EU voranbringen

Von mehr Tierschutz sollten möglichst viele Tiere profitieren. Außerdem kann sich die Umsetzung von Tierschutzmaßnahmen auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe auswirken, wenn andere Betriebe mit niedrigeren Standards arbeiten. Aus diesen GrĂŒnden ist es wichtig, das Tierwohl auch auf europĂ€ischer Ebene voranzubringen. Nationale AlleingĂ€nge zur Förderung des Tierwohls können sinnvoll sein, um europaweit Prozesse in Gang zu bringen. Doch manchmal sind sie aufgrund des geltenden europĂ€ischen Rechts nicht möglich. Oder es besteht die Gefahr, dass die Produktion ins Ausland verlagert wird, womit auch den Tieren nicht gedient wĂ€re. Deshalb werden langfristig einheitliche europĂ€ische Lösungen benötigt: hohe Standards fĂŒr den Tierschutz in ganz Europa.

Was ist konkret geplant?

Auf europĂ€ischer und internationaler Ebene werden einheitliche und höhere Tierschutzstandards vorangebracht. Dazu wird der Tierschutz mit gleichgesinnten anderen Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union (EU) auf der europĂ€ischen BĂŒhne zum Thema gemacht. Durch eine verstĂ€rkte Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten werden gemeinsam Lösungen entwickelt und vorangebracht und ein besseres gemeinsames VerstĂ€ndnis fĂŒr die Umsetzung von Tierschutzstandards entwickelt.

Was ist bisher passiert?

Deutschland hat im Dezember 2014 gemeinsam mit seinen Nachbarn DĂ€nemark und den Niederlanden eine gemeinsame GrundsatzerklĂ€rung zum Tierwohl verabschiedet. Die drei Staaten arbeiten seitdem in allen Belangen des Tierschutzes enger zusammen, tauschen Erfahrungen aus und unterstĂŒtzen Tierwohl-Initiativen. Die anderen EU-Mitgliedstaaten und die EuropĂ€ische Kommission sollen anerkennen, dass eine bessere Regulierung und mehr Tierschutz notwendig sind. Außerdem soll sich die EU fĂŒr mehr Sensibilisierung und Standards in diesem Bereich einsetzen.

Konkret heißt das: In den Vorschriften der EuropĂ€ischen Union mĂŒssen Tierschutzindikatoren stĂ€rker verankert und Verbraucherinformationen verbessert werden. Begrenzungen bei Schlachttiertransporten, etwa in Bezug auf Platzvorgaben und Transportzeiten, sollten vorgenommen und der Verzicht auf Eingriffe wie das KĂŒrzen der Schnabelspitzen bei HĂŒhnern oder das Kupieren von SchweineschwĂ€nzen stĂ€rker forciert werden. Eine weitere Forderung lautet, dass der EU-Rechtsrahmen fĂŒr den Tierschutz kĂŒnftig aktualisierte, umfassende und klare Regelungen umfasst. DarĂŒber hinaus sollten weniger Antibiotika eingesetzt und Alternativen zur betĂ€ubungslosen Kastration von Schweinen genutzt werden. In einem Positionspapier der drei Staaten fĂŒr die Änderung von bestehendem EU-Recht werden außerdem VorschlĂ€ge fĂŒr die Verbesserung der Transportbedingungen von Nutztieren gemacht.

Im April 2015 haben die drei genannten Staaten Deutschland, DĂ€nemark und die Niederlande und zusĂ€tzlich Schweden der EuropĂ€ischen Kommission einen konkreten Vorschlag zur Änderung der EU-Verordnung 2008/120/EC vorgelegt. Darin geht es um Mindeststandards fĂŒr das Halten von Schweinen. Es werden alle relevanten Punkte wie die betĂ€ubungslose Kastration und das Kupieren oder die "Kastenstandhaltung" von Sauen angesprochen und LösungsvorschlĂ€ge unterbreitet.

Im August 2015 haben auf Initiative Deutschlands die vier Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit außerdem ein Mandat erteilt, wissenschaftliche Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Schlachten trĂ€chtiger Tiere zu bearbeiten.

2016 wurde die EuropĂ€ische Kommission in einem gemeinsamen Postitionspapier gebeten, eine Informationsplattform zum Tierschutz zu schaffen. Die Plattform wurde im Juni 2017 eingerichtet. Damit soll der Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten aber auch zwischen Landwirten verbessert werden und neue Forschungsergebnisse schneller bekannt und in die Praxis ĂŒbertragen werden können.

Wie geht es weiter?

Die in der gemeinsamen ErklÀrung vom Dezember 2014 angesprochenen Themen sollen konsequent weiter bearbeitet werden.

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