Bild von einer Kuh

Zahl der Versuchstiere reduzieren

Es ist offensichtlich: Tierversuche stehen in einem offenen Widerspruch zum Tierwohl. Schon jetzt dürfen sie daher nur durchgeführt werden, wenn es keine Alternativen zu ihnen gibt. Aber nicht für alle erforderlichen Prüfungen oder wissenschaftlichen Fragestellungen sind Alternativen vorhanden. Deshalb müssen weitere Alternativmethoden entwickelt werden. Dadurch soll die Zahl verwendeter Versuchstiere reduziert werden. Solange noch Tierversuche durchgeführt werden, muss außerdem darauf hingearbeitet werden, die Belastung der Tiere zu reduzieren, zum Beispiel durch die Entwicklung von Verfahren zur Schmerzbehandlung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt die Forschung dabei, Alternativen zu Tierversuchen und zur Belastungsreduzierung zu entwickeln.

Was ist bisher passiert?

Die "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET) wurde zum "Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R)" ausgebaut und in diesem Rahmen einmalig mit finanziellen Mitteln in Höhe von 6 Millionen Euro für die gerätetechnische Ausstattung unterstützt. Das Bf3R wurde im September 2015 eröffnet und erhält vom BMEL zusätzlich zur bisherigen jährlichen finanziellen Ausstattung von 1,5 Millionen Euro weitere 1,5 Millionen Euro.

Das Bf3R arbeitet intensiv daran, Alternativen zum Tierversuch zu erforschen und zu entwickeln sowie Behörden und Forscher über vorhandene Alternativmethoden zu informieren. Außerdem pflegt das Zentrum die 2014 freigeschaltete Datenbank zur Veröffentlichung von Informationen zu Tierversuchen. Mit Hilfe dieser Datenbank soll die Öffentlichkeit über durchgeführte Tierversuche in Deutschland informiert werden.

Das Zentrum soll die Aktivitäten in der Ersatzmethodenforschung sowie in der Beratung von Behörden und Forschern in Deutschland intensivieren. Es wirkt mit bei der Koordinierung der Fördermaßnahmen und Aktivitäten der Bundesregierung mit dem Ziel, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Versuchstieren den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Darüber hinaus soll der Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen zu den wissenschaftlichen und ethischen Herausforderungen beim Schutz von Versuchstieren verstärkt geführt werden.

Außerdem vergibt das BMEL in jedem Jahr den Tierschutzforschungspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Tierschutz und unterstützt die "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen" (Stiftung SET). Im Jahr 2017 hat das BMEL die Dotierung des Preises von 15.000 auf 25.000 Euro erhöht.

Wie geht es weiter?

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren wird durch seine Forschung, Forschungsförderung und Beratung von Behörden und Forschern sowie seine Aktivitäten im internationalen Bereich einen starken Impuls geben, damit künftig weniger Versuchstiere in Tierversuchen verwendet werden.