Bild von einer Kuh

Die Brancheninitiative Tierwohl

Hinter der "Initiative Tierwohl" stehen Unternehmen und Verbände aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aus der Fleischwirtschaft sowie aus der Landwirtschaft. Die gesamte Lieferkette ist damit eingebunden. Ziel der Initiative ist es, die Lebensqualität von Tieren in der konventionellen Geflügel- und Schweinehaltung durch finanzielle Unterstützung zu verbessern.

Die Initiative wird durch die teilnehmenden Einzelhandelsketten finanziert. Seit dem 1. Januar 2015 zahlen diese für jedes verkaufte Kilo Fleischware einen festen Betrag in den Tierwohlfonds der "Initiative Tierwohl". Dieser Betrag hat sich seit 2018 von 4 Cent auf 6,25 Cent pro verkauftem Kilogramm erhöht, sodass der Handel 130 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellt. In der Zeit von 2015 bis 2020 geben die Handelsunternehmen 645 Millionen Euro an die Initiative Tierwohl ab.

Betriebe werden finanziell unterstützt

Unter den Produktionsbetrieben ist das Interesse an einer Unterstützung durch die "Initiative Tierwohl" groß: Im August 2018 waren über 6.600 Betriebe Teil der Initiative. Sie halten knapp 700 Millionen Tiere. Im Bereich der Schweinemast hat die Initiative Tierwohl inzwischen eine Marktabdeckung von rund 25 Prozent. Bei Geflügel liegt er höher, fast 70 Prozent der Hähnchen und Puten in Deutschland leben in landwirtschaftlichen Betrieben, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen.

Die Betriebe werden finanziell unterstützt, wenn sie bestimmte Tierwohlstandards einhalten und dies kontrollieren lassen.

Jeder teilnehmende Betrieb in der Schweinehaltung bekommt 500 Euro als jährlichen Grundbetrag, mit dem unter anderem der Aufwand für die Umsetzung der Grundanforderungen wie beispielsweise zum Stallklima kompensiert werden soll. Zusätzlich erhält jeder Betrieb in der Schweine- und Geflügelhaltung ein individuelles Tierwohlentgelt. Dessen Höhe hängt von den Maßnahmen ab, die im Betrieb zum Tierwohl ergriffen werden.

Zertifizierte Schlachthöfe

Die Schlachthöfe sind nicht direkt am Tierwohlfonds beteiligt. Sie melden aber der Initiative wöchentlich die Anzahl der Tiere (bei Geflügel die Kilogramm Lebendgewicht), die von den teilnehmenden Betrieben zur Schlachtung angeliefert wurden. Darüber hinaus müssen sie die Ergebnisse der tierärztlichen Untersuchung der geschlachteten Tiere als Datensätze erfassen und an die Initiative weiterleiten. Die Schlachthöfe tragen ihren Teil zur Initiative bei, indem sie die Kosten für diese zusätzlichen Leistungen selbst tragen.

Die Tierwohlkriterien

Tierhalter, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, müssen bestimmte Tierwohlkriterien umsetzen. Diese wurden von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz entwickelt und liegen alle über den gesetzlichen Standards. Es gibt bestimmte Grundanforderungen, die jeder Tierhalter umsetzen muss und die für die Programmlaufzeit 2018 bis 2020 noch einmal erhöht wurden. Schweinehaltende Betriebe können zusätzliche Wahlkriterien wählen.

Dazu gehört beispielsweise, dass die teilnehmenden Betriebe den Tieren mindestens 10 Prozent mehr Platz zur Verfügung gestellt wird als gesetzlich vorgeschrieben. Die Tierhalter, die sich für dieses Kriterium entscheiden, verringern entsprechend die Anzahl der Tiere im Stall.

Voraussetzung für Tierhalter, bei der Initiative Tierwohl zugelassen zu werden, ist die Teilnahme am QS-System. Als Qualitätssicherungssystem definiert QS strenge Herstellungs- und Vermarktungskriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette für frische Lebensmittel, so auch Fleisch.

Unabhängige Prüfer überzeugen sich bei unangekündigten Kontrollen, ob die Kriterien eingehalten werden. So wird sichergestellt, dass die Tierwohlmaßnahmen dauerhaft durchgeführt werden.

Produkte im Handel

Die Initiative Tierwohl startete 2015. Schweinefleisch und Geflügelfleisch aus teilnehmenden Betrieben ist seit Herbst 2015 im Einzelhandel zu kaufen. Seit April 2018 gibt es das Produktsiegel der Initiative Tierwohl.

Quelle: Initiative Tierwohl