Bild von einer Kuh

Die Brancheninitiative Tierwohl

Hinter der „Initiative Tierwohl“ stehen Unternehmen und Verbände aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aus der Fleischwirtschaft sowie aus der Landwirtschaft. Die gesamte Lieferkette ist damit eingebunden. Ziel der Initiative ist es, die Lebensqualität von Tieren in der konventionellen Geflügel- und Schweinehaltung durch finanzielle Unterstützung zu verbessern.

Der Lebensmitteleinzelhandel finanziert den Tierwohlfonds der „Initiative Tierwohl“. Derzeit zahlen rund 85 Prozent der Unternehmen in diesen Tierwohlfonds ein. Insgesamt ist der Fonds für die Jahre 2015 bis 2017 mit 255 Millionen Euro ausgestattet. Für jedes Kilogramm Schweinefleisch und -wurst, das die beteiligten Unternehmer verkaufen, beträgt die Umlage vier Cent.

Betriebe werden finanziell unterstützt

Unter den Produktionsbetrieben ist das Interesse an einer Unterstützung durch die "Initiative Tierwohl" groß: Im August 2017 nahmen 2.455 schweinehaltende Betriebe mit insgesamt mehr als 14 Millionen Tieren am Förderprogramm teil. Für den Bereich Geflügel sind 898 Betriebe mit insgesamt rund 240 Millionen Tieren für die Initiative zugelassen. Die Betriebe werden finanziell unterstützt, wenn sie bestimmte Tierwohlstandards einhalten und dies kontrollieren lassen. Sie erhalten einen Grundzuschuss von 500 Euro pro Jahr und zusätzlich ein "Tierwohlentgelt". Dessen Höhe hängt von den Maßnahmen ab, die im Betrieb zum Tierwohl ergriffen werden. So kann die tierwohlgerechte Haltung eines Mastschweins mit drei bis neun Euro pro Tier unterstützt werden. Für Hähnchen beträgt das Tierwohlentgelt 3,6 Cent pro Kilogramm Lebendgewicht.

Zertifizierte Schlachthöfe

Die Schlachthöfe sind nicht direkt am Tierwohlfonds beteiligt. Sie melden aber der Initiative wöchentlich die Anzahl der Tiere (bei Geflügel die Kilogramm Lebendgewicht), die von den teilnehmenden Betrieben zur Schlachtung angeliefert wurden. Darüber hinaus müssen sie die Ergebnisse der tierärztlichen Untersuchung der geschlachteten Tiere als Datensätze erfassen und an die Initiative weiterleiten. Die Schlachthöfe tragen ihren Teil zur Initiative bei, indem sie die Kosten für diese zusätzlichen Leistungen selbst tragen.

Die Tierwohlkriterien

Um am Programm teilnehmen zu können, müssen die Nutztierbetriebe Grundanforderungen in Bezug auf Tierhaltung und -gesundheit erfüllen. Je mehr Kriterien sie erfüllen, desto mehr Geld erhalten sie. Zwei Beispiele: Hat das Schlachtschwein eine Scheuermöglichkeit im Stall, wird dies mit 60 Cent pro Schwein gefördert; für zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial erhält der Betrieb 1 Euro pro Schwein. Unabhängige Prüfer überzeugen sich bei unangekündigten Kontrollen, ob die Kriterien eingehalten werden. So wird sichergestellt, dass die Tierwohlmaßnahmen dauerhaft durchgeführt werden.

Produkte im Handel

Die Initiative Tierwohl startete 2015. Schweinefleisch und Geflügelfleisch aus teilnehmenden Betrieben ist seit Herbst 2015 im Einzelhandel zu kaufen.

Quelle: Initiative Tierwohl