Bild von einer Kuh

Forschungsprojekt "Exopet" für mehr Tierschutz von exotischen Tieren in privaten Haushalten

Wie viele exotische Tiere und Wildtiere leben in Deutschland in privaten Haushalten? Unter welchen Haltungsbedingungen leben die Tiere? Das sind Fragen, mit denen sich die Wissenschaft in einem Forschungsprojekt mit dem Titel "Exopet" beschäftigt.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen Daten über Herkunft, Anzahl und Art von in Privathand gehaltenen exotischen Tieren und Wildtieren ebenso wie Informationen über die Art des Erwerbs, die Haltungsbedingungen und ggf. haltungsbedingte Erkrankungen erhoben und dokumentiert werden. Dabei sollen mit einheimischen und fremdländischen Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren alle Wirbeltiergruppen, von denen Vertreter als exotische Heimtiere in Privathand gehalten werden, Berücksichtigung finden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt und fördert über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) das Forschungsvorhaben.

Datenerhebung durch Online-Befragung und Kontaktaufnahme

Durchgeführt wird das Projekt von den Veterinärmedizinischen Fakultäten der Universität Leipzig (VMF) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten spezielle Fragebögen für die einzelnen Tierarten mit Fragen zur Haltung, Ernährung, Vermehrung und den Erfahrungen im täglichen Miteinander mit den Tieren. Den Aufruf zum Mitmachen haben wir auch hier auf dem Portal im März 2016 veröffentlicht. Befragt wurden die Tierhalterinnen und Tierhalter, Tierärzte, Amtstierärzte, Züchter sowie Händler im Zoofachhandel und Fachhandelsketten für Heimtierbedarf. Zur Datenerhebung wurden auch Tierbörsen und Tiermärkte besucht. Darüber hinaus wurde mit Tierheimen und Auffangstationen Kontakt aufgenommen, um Artenspektrum und Anzahl sowie Herkunft (Fundtiere, Abgabetiere, von Behörden beschlagnahmt oder eingezogen) der sich dort befindlichen fremdländischen und einheimischen Heimtiere zu dokumentieren.

Ziel und erste Ergebnisse

Basierend auf den gewonnenen Informationen sollen eventuelle Tierschutzprobleme bei der Haltung der Tiere und deren Ursachen aufgezeigt sowie Maßnahmen vorgeschlagen werden, um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Es gibt bereits umfangreiche Zwischenberichte zum bisherigen Projektstand. Die umfangreichen Fragebögen führen zu einer großen Datenmenge, die derzeit ausgewertet wird.

Erste Ergebnisse für Ansätze zur Verbesserung des Tierwohls sind, dass einheitliche Informationen, die standardisiert sind und auf der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur beruhen, zwingend bei jedem Tierverkauf - auch durch Privathalter oder auf Tierbörsen - zur Verfügung gestellt werden sollten.

Der Haustierberater des BMEL

In einem Zwischenbericht wird auch auf die bereits bestehende Haustierplattform www.haustier-berater.de des BMEL hingewiesen, auf der Informationen über Verhalten, Unterbringung, Ernährung, Pflege, Eingewöhnung und Umgang sowie Besonderheiten zu häufig gehaltenen Haustieren zur Verfügung gestellt werden.

Schildkröte auf einer Wiese
Schildkröte, Quelle: chalabala - Fotolia.com
Ein Plakat mit verschiedenen exotischen Tieren und dem Hinweis auf die Befragung für die Exopet-Studie
Mit diesem Plakat wurde auf die Online-Befragung aufmerksam gemacht. Quelle: Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München