Bild von einer Kuh

Welpenhandel: Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

Keine Frage – Hundebabys sind süß. Wer aber ein Tier aus einer gut geführten Zucht bei sich aufnehmen möchte, muss dafür auch einen entsprechenden Preis bezahlen. Gesunde Welpen mit Papieren und allen Impfungen sind nämlich nicht als Schnäppchen zu haben.

Leider werden in Deutschland immer wieder Fälle von illegalem Welpen-Handel bekannt – vor allem aus Osteuropa werden junge Tiere nach Deutschland gebracht, um hier billig verkauft zu werden. Wer sich – wissend oder unwissentlich - auf ein solches Geschäft einlässt, unterstützt ein verbrecherisches System. Denn die verkauften Welpen sind meist viel zu jung um schon von der Mutter getrennt zu werden, sie sind geschwächt und nicht geimpft, Papiere möglicherweise meist gefälscht. Die Hunde sind außerdem unzureichend sozialisiert, sie sind oft krank oder zeigen später Verhaltensstörungen. Wer aus Mitleid ein solches Tier kauft, handelt falsch – denn dieses Mitleid hilft nur, das Geschäft der illegalen Händler zu erhalten. Vielmehr sollten Verdachtsfälle dem zuständigen Veterinäramt oder der Polizei gemeldet werden.

Fehlerhafte Papiere

Jeder angebotene Hundewelpe sollte über Begleitpapiere verfügen. Ungereimtheiten, wie Eintragungen eines ausländischen Tierarztes bei einem angeblich aus Deutschland stammenden Hund, sollten in jedem Fall hinterfragt werden. Zudem sollten die Impfdaten mit dem vom Verkäufer angegebenen Alter des Welpen abgeglichen werden. Hundewelpen werden in der Regel mit 8 Wochen erstmalig geimpft, die Nachimpfung und die Tollwuterstimpfung erfolgen im Alter von 12 Wochen.

  • EU-Heimtierausweis: Bei Herkunft aus einem anderen EU-Mitgliedstaat muss ein Welpe über den in diesem Fall vorgeschriebenen EU-Heimtierausweis in Verbindung mit einer Kennzeichnung durch Mikrochip und einer gültigen Tollwutimpfung verfügen. Daneben ist ein amtliches Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland vorgeschrieben.
  • Impfpass: Wird Deutschland als Herkunftsland angegeben, sollte der Welpe zumindest einen Impfpass besitzen, dessen Eintragungen von einem in Deutschland tätigen Tierarzt stammen sollten.
  • Kennzeichnung (Chip): Eine eindeutige Kennzeichnung mittels Chip ist ebenso wie ein EU-Heimtierausweis auch bei inländischer Herkunft zu begrüßen, aber nicht verpflichtend vorgeschrieben und daher kein eindeutiges Kriterium für ein unseriöses Angebot.

Verkauf "aus dem Kofferraum"

Ein weiteres Kriterium, das für ein unseriöses Angebot spricht, ist der Verkauf „aus dem Kofferraum“ oder das Angebot des Verkäufers, den Welpen an einen beliebigen Ort zu liefern. Schlechte Aufzuchtbedingungen sowie die tatsächliche Herkunft können auf diese Weise leicht vertuscht werden. Das Muttertier, eventuelle Wurfgeschwister und die Haltungsbedingungen sollten unbedingt vor dem Kauf begutachtet werden.

"Schnäppchenpreis"

Auch ein Preis deutlich unterhalb des üblichen Marktpreises („Schnäppchenpreis“) kann auf eine nicht tiergerechte Aufzucht und ein unseriöses Angebot mit zweifelhafter Herkunft des Welpen hinweisen.

Schlechter Gesundheitszustand

Ein offensichtlich schlechter Gesundheitszustand ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Indiz für ein unseriöses Angebot, da kein verantwortungsbewusster Züchter oder Händler ein krankes Tier verkaufen würde. Zu den auffälligen Krankheitssymptomen, die auch von einem Laien erkannt werden können, zählen allgemeine Schwäche, Augen- und Nasenausfluss, Haarausfall, Husten und Lahmheiten. Im Zweifelsfall sollten Sie darauf drängen, den Welpen von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Diese Bitte dürfte ein seriöser Züchter oder Händler nicht ablehnen. Bei dieser Gelegenheit kann der Tierarzt auch das Alter des Welpen schätzen, für den Laien ist dies nicht möglich.

Informieren Sie bei Verdacht auf entsprechende Verstöße umgehend die Polizei, das örtlich zuständige Veterinäramt oder die oberste Veterinärbehörde des jeweiligen Bundeslandes (in der Regel das Landwirtschaftsministerium).

Drei Welpen
Welpen haben ihren Preis, Quelle: vit-plus / Shutterstock.com