Bild von einer Kuh

Mehr Tierwohl für Legehennen

Ortstermin: Besuch auf einem Legehennenbetrieb

Landwirt Mardink weiß: "Ab 2017 muss der Schnabel dranbleiben." Aus diesem Grunde hat der 38-jährige Landwirt sich entschlossen, an einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Projekt zur Minimierung von Federpicken und Kannibalismus bei unkupierten Legehennen teilzunehmen. Er ist froh, von der zusätzlichen Beratung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen profitieren zu können. Die Schnäbel der Legehennen sind ungekürzt.

Als der Landwirt in die Legehennenhaltung im Jahr 2010 einstieg, hat er sich dazu entschieden, den Legehennen mehr Platz zu geben. Die Besatzdichte liegt bei sieben Legehennen pro Quadratmeter. Dank des größeren Platzangebotes können sich die Hennen in Stresssituationen besser aus dem Weg gehen. Das scheint nach Einschätzung des Landwirts ein wichtiger Faktor zu sein, um Verhaltensstörungen wie Federpicken vorzubeugen.

Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Beschäftigungsmaterial, das der Landwirt den Legehennen gibt. Mehrmals am Tag rieselt Maissilage in den Stall, außerdem erhalten die Hennen Pickblöcke sowie Möhren, Luzerne (eine Pflanzenart, auch Schneckenklee oder Ewiger Klee genannt) und Stroh in Raufen und Netzen.

Ganz wichtig ist auch die Tierbeobachtung. Dazu nimmt sich Landwirt Mardink auch mal eine halbe Stunde Zeit, stellt sich in den Stall und beobachtet seine Tiere. Nur so kann er rechtzeitig eingreifen, falls in der Herde mal etwas nicht stimmen sollte.

Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz

Die MuD Tierschutz dienen der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren zur Steigerung des Tierschutzniveaus in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzung neuer Erkenntnisse und innovativer Maßnahmen, die Gesundheit und Wohl der Tiere, eine tiergerechte Haltung oder die Auswirkungen moderner Tierhaltungsverfahren auf die Umwelt betreffen.

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz sind in die Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" des Bundeslandwirtschaftsministeriums eingebettet. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Projektträgerschaft beauftragt.

Eckdaten Betrieb Mardink

Bestand: 20.000 Legehennen
Haltung: Freiland
Genetik: Novogen Brown Light
Besatzdichte: 7 Hennen pro Quadratmeter (inkl. Wintergarten)

Weitere Informationen

Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz

Legehennen im Stall mit einem Korb Möhren
Möhren dienen als Beschäftigungsmaterial für die Legehennen, Quelle: BLE
Eine Legehenne wird hochgehalten, damit man den Schnabel sehen kann
Durch viel Beschäftigungsmaterial wird der Schnabel natürlich abgewetzt, Quelle: BLE
Ansicht der Außenfläche mit Legehennen
Die Außenfläche auf dem Betrieb Mardink, Quelle: BLE